Heimkino-Atmos
3D-Kino für die Ohren

Lautsprecherkabel 


Jeder der schon einmal Lautsprecherkabel an einen Receiver angeschlossen hat, der hat sich gefragt, ob es hierfür nicht eine einfachere Lösung gibt. Während der Aufwand bei einem Stereo Receiver noch überschaubar ist, war auch schon der ein oder andere Besitzer eines Heimkinos mit fünf oder mehr Lautsprechern überfordert, da die Kabel alle sehr nah beieinander liegen und erschwerend auch noch an der Rückseite des Receivers angebracht werden müssen. Kommen jetzt noch Lautsprecher mit Bi-Wiring Anschlüssen und Kabelbrücken ins Spiel tut man sich nicht immer leicht.

Zum Glück hat sich bereits der eine oder andere schlaue Kopf hierzu Gedanken gemacht und es gibt einige Möglichkeiten, einfacher und professioneller sowie auch optisch deutlich eleganter ans Ziel zu gelangen. Aber es gibt in diversen Foren auch Vorschläge, die zur Folge haben, dass sich der Klang auch verschlechtern kann.

Je nachdem, welche Anschlußoptionen der Lautsprecher und / oder der Receiver bietet, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In diesem Artikel wird beschrieben, welche Wahl vorab beim Kauf des richtigen Kabels getroffen werden sollte und wie dieses im Optimalfall angeschlossen werden kann und soll.

 

Das Kabel selbst

Eine Lautsprecherleitung, umgangssprachlich auch „Lautsprecherkabel“, ist eine in der Regel zweiadrige elektrische Leitung, die Lautsprecheranschlüsse eines Audioverstärkers mit einer Lautsprecherbox verbindet. Sie überträgt mit dem niederfrequenten Tonsignal die elektrische Leistung für die Ansteuerung der Lautsprecher.

Die Adern von Lautsprecherleitungen bestehen im Regelfall aus isolierter Kupferleitung. Als Leitermaterial kommen auch Aluminium oder verschiedene Edelmetalle und Legierungen zum Einsatz. Aluminium ist weniger geeignet, da es anfälliger für Drahtbrüche ist und einen etwa 50 % höheren spezifischen elektrischen Widerstand aufweist. Edelmetalle werden in Lautsprecherleitungen ebenfalls verwendet, wobei ein Nutzen bezüglich des klanglichen Ergebnisses nicht bewiesen ist. Empfohlen wird für den Heimkinogebrauch ein Kabel das zu annähernd 100% aus Kupfer besteht, wie zum Beispiel dieses hier.

Für die heimische HiFi- oder Heimkinoanlage kommen Doppeladern aus Kupferlitze mit Aderquerschnitten zwischen 0,75 mm² für kurze und bis zu 4 mm² für längere Leitungswege (bis etwa 20 m) zum Einsatz. Höhere Querschnitte bieten zwar einen noch geringeren Widerstand, was sich jedoch klanglich nicht mehr wahrnehmbar auswirkt.

In der professionellen Veranstaltungstechnik stellen Querschnitte von 2,5 mm² das Minimum dar, je nach geforderter Leistung werden hier Querschnitte bis zu 10 mm² eingesetzt.

Fakt ist auf jeden Fall, umso größer der Kabeldurchschnitt ist, desto schwieriger gestaltet sich der Anschluss am Receiver.

Egal hingegen ist die Länge der Kabel selbst, da sogar bei einem Meter Unterschied klanglich keinerlei Defizite auftreten können. Vorausgesetzt natürlich ist der oben beschriebene Durchschnitt des Kabels.

Der Anschluss des Kabels

Als Vorbereitung für den Anschluss am Receiver sollte man sich einen Meterstab, eine Abisolierzange, wenn vorhanden eine Crimpzange und eine Zange oder Schere bereit legen, da die Kabel selbst meist auf einer Rolle gekauft werden, so wie diese hier. Nun sollte man die Kabel auf die richtige Länge zu Recht schneiden und im Anschluss ca. 10 -15 mm der Isolierung entfernen. Die Enden müssen nun miteinander verzwirbelt werden, so dass bei Anbringen an die Klemmen kein einzelner Draht heraussteht, der durch Kontakt mit einem anderen Kabel einen Kurzschluss verursachen könnte.

Diese Variante ist zwar sehr empfehlenswert, da durch die Ersparnis von Hilfsmittel am Kabel kein Leistungsverlust in Kauf zu nehmen ist, aber es ist auch bei Weitem die anstrengendste Methode mit dem größten Zeitaufwand.

 

Der Anschluss des Kabels mit Hilfsmitteln

Aderendhülsen

Einen großen Mehrwert und viel Zeitersparnis bringen Aderendhülsen. Hierfür wird dann die oben genannte Crimpzange benötigt, mit welcher man die Kabelenden, welche in die Hülse eingelegt wurde, zusammenpresst. Im Anschluss dreht man noch die Schraube fest und man kann die Schrauben einführen.

Wichtig ist hierbei, dass die Hülse für den jeweiligen Kabeldurchschnitt geeignet ist. Die Farbe des Schutzkragens gibt Aufschluss darüber, für welchen mm² die Hülse geeignet ist. Dabei gilt es zu beachten, dass es bei Aderendhülsen drei verschiedene Normen gibt, wobei sich der die DIN-Norm 46228 in der Breite durchsetzt. Die Farbe Blau steht hier zum Beispiel für 2,50 mm² und die Farbe Grau für 4,00 mm² Kabeldurchschnitt.

Bananenstecker

Die sauberste und auch zugleich unbekannteste Wahl in Europa ist das Nutzen von Bananensteckern. Gerade Heimkino Einsteiger kennen diese Möglichkeit des Kabelanschlusses nicht, da auf den ersten Blick am Receiver auch kein Platz zu finden ist. Aber warum ist das so? Da in Europa die Bananenstecker optimal in eine europäische Steckdose passen, muss aus Sicherheitsgründen genau diese Option erschwert werden. Die Hersteller von Receivern haben daher meist mit einer kleinen Plastikverkleidung das im Receiver vorgesehene Loch versteckt. Allerdings lässt sich diese recht einfach entfernen, zum Beispiel mit einer Schraube, die man leicht hereindreht und anschließend sie zusammen mit der Abdeckung herauszieht. Schon kann man die Bananenstecker anschließen.

Neben der Tatsache, dass es nun einfacher, schneller und sauberer funktioniert, sein Heimkino zu verkabeln, kommt noch positiv ergänzend hinzu, dass die Bananenstecker äußerst günstig sind. Am beliebtesten in Deutschland sind Stecker des Herstellers Nakamichi, welche wirklich hochwertig und zudem noch sehr preiswert sind.


Bi-Wiring

Unter Bi-Wiring (Doppelverdrahtung) versteht man das Betreiben eines Lautsprechers mit zwei getrennten Lautsprecherleitungen für einerseits den Tiefton- und andererseits den Mittel-Hochton-Zweig des Lautsprechers an einem Voll- oder Endverstärker. Als Vorteil dieses Systems wird genannt, dass die beiden Lautsprechersysteme für hohe und tiefe Frequenzen durch Bi-Wiring besser voneinander „entkoppelt“ seien und sich nicht gegenseitig beeinflussen könnten. Hierdurch soll eine Verbesserung bzw. Veränderung des Klangs der Verstärker-Lautsprecher-Kombination möglich sein. Ob es tatsächlich einen Mehrwert gibt muss jeder für sich selbst feststellen.

Wer also die entsprechenden HiFi-Komponenten besitzt, kann Bi-Wiring durchaus mal ausprobieren und sich selbst ein Bild machen. Wichtig ist allerdings, dass die HiFi-Komponenten darauf ausgelegt sind. Der Verstärker muss also pro Lautsprecherkanal mindestens zwei Anschlüsse besitzen. Wer solche Lautsprecher sein Eigen nennen darf, aber Bi-Wiring nicht nutzen möchte oder auch mangels Hardware nicht kann, der muss die beiden + und - Anschlüsse jeweils mit einer Kabelbrücke verbinden und kann dann auch mit "nur" einem Kabel den Anschluss wie oben beschrieben vornehmen. 

Ebenso muss der Lautsprecher die entsprechenden Anschlüsse aufweisen, so wie auf dem Bild von der Rückseite der Klipsch 160m zu sehen ist:

 Hier im Bild der Lautsprecher Klipsch 160m mit zwei Kabelbrücken. Ist kein Bi-Wiring gewünscht oder möglich, müssen Kabelbrücken eingesetzt sein.


Fazit zum Anschluss von Lautsprecherkabeln

Man kann sich das Leben unnötig schwer machen – oder auch eben nicht. Wichtig ist auf definitiv, dass man zuerst nach einem hochwertigen Kabel schaut aus annähernd 100% Kupfer mit dem richtigen Durchschnitt von meistens 2,50 oder 4,00 mm². Im Anschluss sollte man mit dem richtigen Werkzeug gerüstet die Kabel (und ggf. den Receiver) vorbereiten. Dann schließt man im besten Fall die Bananenstecker an und verbindet die Kabel mit dem Receiver. Nun sieht es nicht nur sauber und wertig aus, sondern es bringt auch beim Kauf eines neues Receivers oder neuer Lautsprecher ein entspanntes Lächeln und die Gewissheit mit sich, da die Vorfreude auf die neue Hardware nicht durch einen großen Aufwand getrübt wird. 


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